Antike Möbel / verkaufte Objekte

Wir sind spezialisiert auf internationale und österreichische Möbel vom Ende des 18. bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Zu unseren verkauften Highlights internationaler Antiquitäten zählt beispielsweise der englische Schreibschrank (um 1740) mit Chinoiserie-/Lackmalerei. Im 18. Jahrhundert wurde die Begeisterung für alles „chinesische“ populär und fand auch in der Gestaltung feinster Möbel, wie hier,  ihren Ausdruck. Aus Paris hingegen stammte eine klassische Demilune-Kommode (um 1790),  reich mit Goldbronzen ausgestattet. Giuseppe Maggiolini (1738-1814) war der berühmteste Möbelbauer in Oberitalien im späten 18. Jahrhundert. Er bediente sich neoklassizistischer Formen und seine Möbel sind reich intarsiert wie unsere verkaufte Kommode aus der Zeit um 1790. Ebenfalls reich intarsiert, allerdings mit Architektur-Intarsien (u.a.) ist die russische Kommode die im Umland von St. Petersburg um 1770/80 gefertigt wurde. Aus dem Nachbarland Deutschland kam das Berliner Halbglobustischchen (um 1815) mit drei Beinen in Form von Schlangen.
Unser Schwerpunkt liegt aber vor allem auf österreichischen bzw. Wiener Möbel. Aus der josephinischen Zeit stammt ein Aufsatzschreibmöbel, das 1779 datiert ist und möglicherweise in Ungarn hergestellt wurde. Insgesamt ist das Möbelstück mit elf verschiedenen Hölzern sowie Perlmutt reich intarsiert. Ungefähr aus der gleichen Zeit stammt auch das Paar Kirschkommoden das wohl in Wien produziert wurde.
Eines der bedeutendsten unserer verkauften Objekte war der Damensekretär von Benedikt Holl (1755-1833), gefertigt in Wien um 1805. Das Tischchen ist mit vier Gouachen von Balthasar Wigand  (1771-1846) mit Ansichten von Wien und Umgebung versehen. Ab 1804 sind diese Zylinderbureau‘s als Meisterstücke in Wien nachweisbar. Ein weiterer Sekretär von Holl befindet sich im Museum für Angewandte Kunst in Wien. Bei dem Aufsatzschreibsekretär der wohl Josef Haupt zuzuschreiben ist (Wien um 1805/10) handelt es sich um eine Kombination aus Schreib- und Toilettenschrank. Ein Möbel dieses Tischlers befindet sich im Wienmuseum.
Josef Ulrich Danhauser (1780-1829) war der wichtigste Möbelfabrikant in Wien. In seiner Werkstätte entstanden Möbel, Lampen etc. nach eigenen Entwürfen für Wiens reiche Kundenschicht. Ausgestattet wurden unter anderem die Albertina und das Geymüller-Schlössel in Wien. Nach seinem Tod führte dessen Sohn Josef Danhauser (1805-1845), ein berühmter Maler und Graphiker, die Fabrik bis 1838 weiter und entwarf für Wien stilbildende Möbel. Ein Beispiel aus der Danhauser-Werkstatt ist unser ovaler Damenschreibtisch entstanden um 1830.
Eine weitere hervorragende Wiener Arbeit ist ein von Joseph Chöltel(?) signierter und mit 1809 datierter Globustisch. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Süddeutschland und Österreich der Typus der so genannten Globustische. Zahlreiche Schubladen in differenzierter Form und Größe dienten nicht nur zur Aufbewahrung verschiedener Nähutensilien, sondern auch als Geheimfächer für die kleinen Habseligkeiten des Alltags.

 
DAMENSCHREIBTISCH, Danhauser-Werkstatt, Wien um 1830
WIENER GLOBUSTISCH, signiert und datiert: „Chöltel(?) Joseph Wienn, 5. April 1809“, Mahagoni
DAMENSEKRETÄR von Benedikt Holl, Wien um 1805, 4 Gouachen von Balthasar Wigand
russische Kommode
BIEDERMEIER STUHL
Satz von vier Biedermeierstühlen, Mahagoni und Ahorn
RUSSISCHE KOMMODE MIT REICHEN ARCHITEKTUR-INTARSIEN
Umkreis St. Petersburg, um 1770/80.
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EMPIRE-FAUTEUIL
Zitronenzholz, feuervergoldete Widderköpfe